Wie betreibe ich Krisenvorsorge

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat dafür eine sehr ausführliche, 68seitige Broschüre für unterschiedliche Katastrophen mit einer Checkliste entwickelt.
Es geht aber auch etwas einfacher. Die folgenden 6 Punkte sind für eine Krisenvorsorge wichtig:
1. Wasser/Trinken
2. Nahrung
3. Hygiene
4. Hausapotheke (individuelle Bedürfnisse nicht vergessen!!!)
5. Licht/Strom/Wärme
6. Notfall-Flucht-Gepäck
 
Entgegen der behördlichen Empfehlung ist eine Bevorratung von 10 Tagen wohl etwas knapp bemessen. Je nachdem, welcher Katastrophen-/Krisennotfall eingetreten ist, wird wahrscheinlich ein längerer Zeitraum benötigt, um "Normalität" wieder herzustellen. Empfehlenswert ist daher eine Bevorratung von mindestens 4-6 Wochen.

 
Wasser / Trinken
Hier muss man unterscheiden, ob es für den eigenen Bedarf zum Trinken, oder zum Verbrauch beim z.B. Kochen, der Körperpflege, etc. benötigt wird. Ein Mensch benötigt 1,5-2 Liter Flüssigkeit pro Tag, egal ob es Wasser oder Säfte sind. Das sollte man definitiv einkalkulieren. Dazu kommt ein gewisser Bedarf, den man anderweitig verbraucht (z.B. Kochen, Hygiene). Hier sollte man min. 0,5 Liter pro Person rechnen.
Wenn die Wasserversorgung noch nicht ausgefallen ist, kann man das Leitungswasser in 5, 10 oder 20 Liter Kanistern sammeln und aufbewahren. Von Eimern, oder der Badewanne zum Trinkwasser sammeln ist abzuraten, da es zu leicht verschmutzt. Es reicht jedoch, um z.B. die Toilette zu spülen, oder für die Körperpflege. Sollte die Wasserversorgung schon ausgefallen sein, muss man sich das Wasser anderweitig besorgen. Auf dem Land ist das wahrscheinlich einfacher, als in der Großstadt, aber auch in Städten gibt es Bäche, Seen oder Flüsse, aus denen man sich dann bedienen kann. Wichtig ist, daß dieses Wasser erst behandelt werden muss! Entweder durch Abkochen, durch einen Wasserfilter, oder durch chemische Zusätze.


Nahrung
Bei der Bevorratung von Lebensmitteln ist in erster Linie darauf zu achten, dass die Lebensmittel gut und vor allem lange lagerfähig sind. Langzeitlebensmittel und Notrationen sind bis zu 20-25 Jahre haltbar. Sich Speisen vorzukochen und dann im Tiefkühler einfrieren ist nicht ratsam, da bei einem Stromausfall die Speisen sofort verbraucht werden müssten. Einkochen, Einlegen oder Dörren sind hier wohl die besseren Alternativen. Aber auch Konservendosen oder getrocknete Fertigmenüs sind eine sinnvolle Alternative.


Hygiene
Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen. Hygiene dient nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern schützt auch vor Krankheiten. Und die kann man in einer Krisensituation absolut nicht gebrauchen. Bevorraten sollte man sich mit ausreichend Toilettenpapier, Taschentücher, Feuchttücher, Windeln für Baby´s, Zahnpasta, Seife und Duschgels. Frauen sollten auch an ihre Menstruation denken. Unter Umständen kann man sein Haus/Wohnung nicht verlassen, da ist dann eine Campingtoilette hilfreich.


Hausapotheke
Wie ein Verbandskasten im Auto Pflicht ist, sollte man auch einen gut sortierten Verbandskasten oder Tasche zur Krisenvorsorge bereithalten. Darüber hinaus sind Schmerzmittel, Arzneien gegen Durchfallerkrankungen, Mittel zur Wunddesinfektion, Erkältungsmittel und kühlende Salben oder Sprays absolut ratsam.
WICHTIG: individuell benötigte Medikamente nicht vergessen!


Licht/Strom/Wärme
Ein länger anhaltender Energieausfall ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Wir sind unglaublich abhängig vom Strom, ohne uns wirklich weiter Gedanken darüber zu machen. Die einfachsten Dinge funktionieren dann einfach nicht mehr. Betrachten wir nur einmal das eigene Heim:
Kein Licht - gerade in der dunklen Jahreszeit unterschätzt. Vorsorgen kann man mit Kerzen (Vorsicht-Kohlenstoffmonoxid beachten!), oder mit Solarlampen.
Kein Kochen - Behelfsweise kann man Speisen mit einem Campingkocher erhitzen.
Keine Heizung - wird oft vergessen, auch Heizungen benötigen Strom. Wenn man keinen Strom selber erzeugen kann, z.B. mit einem Notstromaggregat möglichst mit INVERTER Technologie, kann man auf z.B. Petroliumöfen (Vorsicht-Kohlenstoffmonoxid beachten!) zurückgreifen.


Notfall-Flucht-Gepäck
Wenn man, aus welchem Grund auch immer, fluchtartig das schützende Heim verlassen muss, hat man keine Zeit, die benötigten Utensilien zu packen. Es empfielt sich daher im Vorfeld einen Evakuierungsrucksack bzw. Fluchtrucksack schon vorgepackt zu haben. Der Unterschied ist, daß der Evakuierungsrucksack (Bug-Out-Bag) für max. 3 Tage ausgelegt sein sollte und der Fluchtrucksack (INCH-Bag) für mindestens 3 Tage und im Notfall sogar für mehrere Wochen oder Monate ausgelegt ist.